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Wer macht das Rennen um den E-Bon?

Editorial des Email-Newsletters 02-2020 vom 28.02.2020

27.02.2020

Gerhard Schmidt

Gerhard Schmidt 
Chefredakteur des "Forum Elektronische Steuerprüfung".

 

Kaum eine Woche im vergeht zurzeit, ohne dass nicht ein, zwei Startups Flagge zeigen, um mit einer E-Bon-App das leidige Problem ausgedruckter Kassenbons lösen zu wollen. Seit Beginn des Jahres muss ja nach jedem in einer Registrierkasse erfassten Umsatz dem Kunden ein Bon überlassen werden. Das kann auch elektronisch erfolgen. Da sich der Handel jahrelang um keine elektronischen Lösungen gekümmert hat, obwohl er wusste, was auf ihn zukommt, treten nun externe App-Entwickler auf den Plan.
Die einfachsten und am schnellsten umzusetzenden E-Bon-Lösungen sind Kunden-Apps von Händlern. Hier liegt alles in einer Hand. Der Händler kennt sein Kassensystem und seine App und kann so leicht vom einen zur anderen E-Bons übertragen. Doch wer möchte schon eine Unzahl solcher Apps auf seinem Smartphone haben. Von Aldi, Lidl, Edeka, Rewe, Media-Markt, Dorfmetzger, Stammkneipe ...? Das macht diese Push-Lösungen unattraktiv.

Komfortabler für den Kunden erscheinen da Pull-Lösungen. Der Einkäufer hat eine App, in die er sich in jedem beliebigen Laden seine Bons übertragen lässt. Das funktioniert allerdings nur, sofern die Läden mitspielen. Voraussetzung dafür ist, dass ihr Kassensystem in der Lage sein muss, der App einen Bon elektronisch zu übermitteln. Nun gibt es aber viele unterschiedliche elektronische Kassensysteme und wohl bald eine ganze Reihe von Bon-Apps, so dass daraus eine Unzahl möglicher Schnittstellenkonstellationen resultieren. Dieses Problem muss der App-Anbieter irgendwie lösen. Und er muss viele Händler gewinnen, die bei ihm mitmachen. Daran dürften die meisten Startups scheitern. Branchenübergreifend Handelsketten und Einzelhändler mit ins Boot zu holen, dürfte sie – zumal in einer harten Konkurrenzsituation zueinander – überfordern.

Branchenübergreifend etablierte App-Anbieter gibt es bereits: die Herausgeber von Bonuskarten wie Deutschlandcard oder Payback. Diese haben Zugang zu vielen Händlern und vielen Kunden, müssen also „nur noch" eine für beide Seiten anwenderfreundliche E-Bon-Funktion und -Infrastruktur umsetzen.

Es wird spannend, die digitale Transformation des Kassenbons zu erleben. Welche Lösungen werden letztlich das Rennen machen?

Ihr Gerhard Schmidt

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07.10.2020

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