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Steuerzahler, Steuerberater, Steuerprüfer – für alle wird KI gravierende Veränderungen bringen, ob sie das wollen oder nicht. Da gibt es die, die sagen: Wir wollen es genau wissen, was mit KI – heute schon und in Zukunft – alles möglich ist und wie wir davon profitieren können. Zu finden sind diese im Internet etwa in der „Tax-KI Community" oder bei „Taxpunk". Dann gibt es die Skeptiker gegenüber einer KI-Euphorie, die der Ansicht sind, dass in vielen Fällen die KI den Menschen nicht wird ersetzen können. Und schließlich gibt es die, die nicht wahrhaben wollen, wie KI ihr Leben verändert, denn das würde ihnen nur Angst machen.
Nicht richtig einordnen konnte ich jüngst die Meldung, dass der Job-Futuromat (ein Online-Tool unter dem Dach der Bundesanstalt für Arbeit, das für einzelne Berufe angibt, wie stark diese von denkbaren Automatisierungen betroffen sind) den Beruf des Steuerfachangestellten (auf Betreiben der Bundessteuerberaterkammer) von 100% automatisierbar auf 50% geändert hat. Unter anderem, weil die drei Kerntätigkeiten des Steuerfachangestellten Betriebswirtschaftslehre, Bilanzpolitik und Steuerberatung (im Gegensatz zum Steuerrecht) nicht automatisierbar sind. Sein Chef dagegen, der Steuerberater hat nach dem Job-Futuromat schlechtere Karten, da dessen Tätigkeiten zu 62% automatisierbar sind, ohne die Kerntätigkeit Nachlasspflegschaft sogar zu 67%. Sehr merkwürdig.
Wenn Digitalisierungspotenziale vorhanden sind, sei es durch die Automatisierung regelbasierter Tätigkeiten, sei es durch KI, werden diese über kurz oder lang auch ausgeschöpft. Wie schnell das geht und wie stark welche Berufsprofile davon betroffen sind, lässt sich nur schätzen. Vermutlich werden wir Ende 2026 überrascht sein, was sich und wo etwas sich im Steuerbereich bewegt hat.
Ihr Gerhard Schmidt
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