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Betriebsprüfung 2025: Coronajahre unter der Lupe

Editorial des Email-Newsletters 04-2020 vom 06.05.2020

31.03.2020

Gerhard Schmidt

Gerhard Schmidt 
Chefredakteur des "Forum Elektronische Steuerprüfung".

 

Irgendwann – nehmen wir einmal an 2025 – kommt der Betriebsprüfer und prüft die Zeit der Coronakrise, insbesondere das Jahr 2020. Die Staatskassen sind klamm, die umfassenden Corona-Hilfspakete lasten immer noch schwer auf ihnen, die Wirtschaft brummt noch längst nicht so wie vor der Krise, die Steuereinnahmen folglich nicht mehr so üppig. Der Fiskus kann auf keinen Euro verzichten. Der Betriebsprüfer wird zwangsläufig ein hohes Mehrergebnis anstreben müssen.

Betriebswirtschaftliche Ausnahmesituationen verleiten dazu, steuerliche Sachverhalte zu verschleiern. Der Chef der deutschen Steuergewerkschaft, Thomas Eigenthaler erklärt dazu am 24. April im Berliner Tagesspiegel: „Ich rufe allen zu, die glauben, sie könnten die Krise für Tricksereien und Schummeleien ausnutzen: Das lassen wir nicht zu.“

Außergewöhnliche Umsätze, Kosten, Gewinne oder Verluste machen einen Betriebsprüfer misstrauisch. Denn oft sind sie Hinweise auf Tricksereien und Schummeleien. Dann öffnet er seinen wohlbestückten Instrumentenkasten „Summarische Risikoprüfung“ (siehe Beitrag), zückt die Richtsatzsammlung und schätzt zu.

In der Coronakrise ist das sonst Außergewöhnliche bei vielen Unternehmen normal. Bei Betriebsprüfungen sollte daher genau differenziert werden zwischen den von der Krise gebeutelten Steuerehrlichen und den die Krise als Deckmantel nutzenden Steuerschummlern.

Um als Unternehmen auf der sicheren Seite zu sein und Jahre später noch erklären zu können, was es mit außergewöhnlichen Umsätzen, Kosten, Gewinnen oder Verlusten während der Krise auf sich hatte, empfiehlt der Zentralverband des Deutschen Handwerks ab sofort ein „Nachweisbuch für betriebliche Besonderheiten“ zu führen (siehe letzte Ausgabe des Newsletters). Spezielle Dokumentationsmuster dafür – gerade auch für kleine Unternehmen – sind bereits verfügbar, wie ein Blick in den Messebereich zeigt.

Ihr Gerhard Schmidt

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