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Newsletter Ausgabe 10-2010 vom
22. Oktober 2010

Inhalt:

MAGAZIN


MESSE

Editorial: Auf dem Weg zur Steuerprüfung in Echtzeit

 

Unternehmen untereinander müssen elektronische Rechnungen stellen und ihre Transaktionen über Geschäftskonten abwickeln. Rechnungen an Privatkunden für Transaktionen über 3.000 € werden ebenfalls nur in elektronischer Form akzeptiert. Die Steuerbehörden haben direkten Zugriff auf die elektronischen Daten. So sieht es in Griechenland nach der jüngsten Steuerreform aus. Brasilien geht noch weiter. Dort müssen Rechnungen erst elektronisch im Finanzamt eingereicht werden, wo sie elektronisch signiert werden, danach erst darf eine Warenlieferung zusammen mit den signierten Begleitpapieren auf die Reise gehen. Mexiko wird ab dem kommenden Jahreswechsel in dieselbe Richtung gehen.

"In den nächsten beiden Jahren werden in Europa die rechtlichen Grundlagen für eine Pflicht zum elektronischen Rechnungsaustausch geschaffen. Bis 2015 werden die Finanzbehörden dann zu einer Rechnungsprüfung in Echtzeit übergehen." So die Prognose des international renommierten Unternehmensberaters und Marktanalysten Bruno Koch in seinem Ausblick beim kürzlich zu Ende gegangenen zum "European EXPP Summit", dem führenden europäische Fachkongresses für elektronischen Rechnungsaustausch.

Treibkraft für diese Entwicklung sei die Krise der Staatsfinanzen. Dieser soll mit höheren Steuereinnahmen begegnet werden. Vorreiter seien Insbesondere Länder mit großer Schattenwirtschaft und gleichzeitig etablierter Kontrollkultur. Dazu gehören neben Deutschland auch Griechenland, Italien, Portugal, Frankreich, Spanien und Belgien.

Den frischen Wind, der in diese Richtung weht, spüren wir schon jetzt immer deutlicher. Wo immer und wie immer es dem Fiskus möglich ist, beschafft er sich elektronische Daten aus den Unternehmen. Jüngstes Beispiel dafür ist die E-Bilanz, die ab 2011 von allen bilanzierenden Unternehmen gefordert wird. Ob deren Einführung klappen kann und wird, bezweifelt nicht nur die Wirtschaft, sondern auch erfahrene und besonnene Mitglieder der Finanzverwaltung. Doch die E-Bilanz wird wohl wie vorgesehen durchgepeitscht.

Auch daran werden wir uns gewöhnen müssen, dass der technisch-organisatorischen Unternehmensrealität entfremdete Politiker und Ministerialbürokraten beim Drehen an der Steuerschraube weit über das Ziel hinausschießen und praktisch Unmögliches fordern. Szenarien wie das, dass Mitte Dezember ein Jahressteuergesetz für das neue Jahr beschlossen wird, dessen Umsetzung in den Unternehmen jedoch wochenlange Vorbereitung erfordert, sind nicht unbedingt auszuschließen.

Wie wäre es, wenn wir ganz freiwillig schon heute unserem Finanzamt eine Freude machen und seinen Datenhunger stillen, indem wir ihm alle unsere Rechnungen schicken? Nicht elektronisch, sondern als Fax, schließlich sind Papierrechnungen ja noch erlaubt. Zumindest das Gefühl für technisch-organisatorische Zusammenhänge können wir beim Fiskus durch die dort dann auflaufenden Papierberge wecken.

Ihr Gerhard Schmidt

Aus dem BMF: Umsatzsteuer-Anwendungserlass - UStAE

Aufgrund der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Aufhebung der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Ausführung des Umsatzsteuergesetzes (Umsatzsteuer-Richtlinien 2008 - UStR 2008) vom 6. Oktober 2010 werden die UStR 2008 mit Wirkung vom 1. November 2010 aufgehoben. An ihre Stelle tritt der - zeitlich nicht befristete - Umsatzsteuer-Anwendungserlass. Änderungen gegenüber den Regelungen der UStR 2008 im Zusammenhang mit Rechnungen sind unter anderem: Kontoauszüge können Rechnungen sein. Die Verpflichtung zur Rechnungerteilung entfällt, wenn bestimmte Leistungen steuerfrei sind und den Leistungsempfänger grundsätzlich nicht zum Vorsteuerabzug berechtigen. Eine lückenlose Abfolge der ausgestellten Rechnungsnummern ist nicht zwingend. Bei elektronisch übermittelten Rechnungen hat der Unternehmer neben der Rechnung auch die Nachweise über die Echtheit und die Unversehrtheit der Daten aufzubewahren. Die Speicherung der elektronischen Rechnung hat auf einem Datenträger zu erfolgen, der Änderungen nicht mehr zulässt.

Aus dem BMF: Stellungnahmen der Verbände zur E-Bilanz

Das BMF hat die gesammelten Stellungnahmen der Verbände zur E-Bilanz veröffentlicht. Wesentliche Kritikpunkte sind : Fehlende Rechtsgrundlagen. Die hohen Kosten für die Unternehmen. Gliederungsumfang und Detaillierungsgrad. Technische Probleme bei der Datenfernübertragung. Praktikabilität und Vermittelbarkeit der Taxonomie Steuer. Gefordert wird insbesondere eine Verschiebung der Einführung um ein Jahr, da die Vorbereitung dafür in den Unternehmen bis zum kommenden Jahreswechsel nicht leistbar ist.

Aus dem BMF: Richtsatzsammlung für das Kalenderjahr 2009 veröffentlicht

Die Richtsatzsammlung für das Kalenderjahr 2009 mit den Pauschbeträgen für unentgeltliche Wertabgaben für die Kalenderjahre 2009 und 2010 steht auf den Seiten des BMF seit Anfang Oktober zum Download zur Verfügung. Richtsätze sind ein Hilfsmittel für die Finanzverwaltung, Umsätze und Gewinne der Gewerbetreibenden zu verproben und ggf. bei Fehlen anderer geeigneter Unterlagen zu schätzen (§ 162 AO). Die Pauschbeträge für unentgeltliche Wertabgaben beruhen auf Erfahrungswerten und bieten dem Steuerpflichtigen die Möglichkeit, die Warenentnahmen monatlich pauschal zu verbuchen. Sie entbinden ihn damit von der Aufzeichnung einer Vielzahl von Einzelentnahmen.

Rechtsprechung: Eingescannte Unterschrift erfüllt Schriftformanforderungen gegenüber Finanzgericht

Eine mit eingescannter Unterschrift des Prozessbevollmächtigten durch Telefax eingelegte Klage entspricht jedenfalls dann den Schriftformanforderungen des § 64 Abs. 1 FGO, wenn sie von dem Bevollmächtigten an einen Dritten mit der tatsächlich ausgeführten Weisung gemailt wird, sie auszudrucken und per Telefax an das Gericht zu senden.

(IT-)Management: ISACA stellt neues umfassendes Geschäftsmodell zur Informationssicherheit vor

Trotz Einsatz modernster Technologie werden Unternehmen in aller Welt noch immer von Verstößen gegen die Informationssicherheit heimgesucht. Eine Lösung dieser Probleme erfordert mehr als nur technische Vorrichtungen und Software. Um Experten für Informationssicherheit umfassende Leitlinien zu bieten, die personen-, verfahrens-, unternehmens- und technologiebezogene Aspekte der Informationssicherheit behandeln, hat ISACA die Ergebnisse eines zweijährigen Forschungs- und Expertengutachtens veröffentlicht: das Business Model for Information Security (BMIS), das kostenlos unter www.isaca.org/bmis herunter geladen werden kann.

Veranstaltungen: audiconale 2010 - Rückblick (Gerhard Schmidt)

Jährlich stattfindende Veranstaltungen mit Fokus auf die elektronische Steuerprüfung sind ein guter Indikator dafür, wie sich das Thema entwickelt. Zumal dann, wenn bei den Referenten Kontinuität gegeben ist. Die audiconale ist eine dieser Veranstaltungen. In diesem Jahr fand sie Anfang Oktober in Köln statt. Auch wenn das Sichwort „GDPdU“ immer weniger auf den Vortragsfolien erscheint, der Datenhunger des Fiskus nimmt ständig zu. Überraschend: Die Betriebsprüfer scheinen die Wirtschaftsprüfer beim Einsatz von Datenanalysesoftware überholt zu haben.

Pressespiegel / Linktipps: Aktuelle Berichterstattung anderer Medien

* Unternehmen sind schlecht auf Datenklau vorbereitet (FTD)
* Ganz Europa jagt Steuerhinterzieher (Handelsblatt)
* Wenn die Ex den Steuersünder anzeigt (HNA.de)
* Der Kampf des Mittelstands mit dem Compliance-Management (Arbeit und Arbeitsrecht)
* Aufrecht untergehen (FTD)

Veranstaltungen: Termine der nächsten Monate

* Workshop zur Konsolidierung des Jahresabschlusses (DATEV): 26.10.-27.10. Raunheim, 08.11.-09.11. Köln, 16.11.-17.11. Berlin, 18.11.-19.11. Hamburg
* Praktikerseminar zu statistischen Methoden in der Revision und Wirtschaftsprüfung (audicon): 11.-12.11. Frankfurt
* Prüfer-Zirkel - Jahresabschlussprüfung von KMU (DATEV): 25.11.  Bremen, 26.11.  Münster, 07.12.  Wuppertal, 08.12.  Köln, 09.12.  Stuttgart
* Compliance und Risk – Herausforderung für Unternehmen und deren Berater(Deggendorfer Forum zur digitalen Datenanalyse): 03.12.-04.12. Nürnberg

DATEV: Prüfer-Zirkel: Die Jahresabschlussprüfung von KMU - qualitätssichernd, risikoorientiert und effizient durchführen!

Die Verletzung der Unabhängigkeit bei der Auftragsannahme, mangelnde risikoorientierte Prüfung und fehlende Dokumentation bei der IKS-Prüfung sind Beispiele, die bei der letzten externen Qualitätskontrolle in vielen Kanzleien bemängelt wurden. Die neue Prüfungssaison steht an. Höchste Zeit sich für die nächste Abschlussprüfung fit zu machen. Nutzen Sie die Möglichkeit, sich auf dem DATEV Prüfer-Zirkel umfassend über die Prüfung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) und über die spezifischen Prüfungsanforderungen zu informieren:

Audicon: Datenanalyse in jeder Prüfung durch jeden Prüfer

Die neue Audicon Software-Lösung AuditRisk unterstützt Wirtschaftsprüfer beim effizienten Einsatz von Datenanalyse in der Abschlussprüfung - ohne dass sie über spezielle technische Fachkenntnisse verfügen  müssen.

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