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Kommentar zu Vorschlag eines generischen Standards von Siegfried Mack/Peter tom Suden

Von Hans-Jürgen Stritter


Hans-Jürgen Stritter

Hans-Jürgen Stritter ist selbständiger IT-Revisor/ Unternehmensberater für IT-Revision & Sicherheitsmanagement, Computermanipulationen, Forensic Computing und IKS-/ Risikomanagement-Untersuchungen. Er ist Geschäftsführer der EDV-Audit Consult (www.edv-auditconsult.de).

Lieber Siegfried Mack, lieber Peter tom Suden!

Was für ein Beitrag! Eigentlich müsste ja bei allen - dem Unternehmer, dem Anwender, dem Softwerker, dem Finanzprüfer, dem Wirtschaftsprüfer, und ... und ... und - der Hof brennen. Seit über 30 zurückliegenden IT-Prüfungserfahrungsjahren renne ich zu diesem Thema gebetsmühlenartig in die zuvor genannte 'Hof-brennende-Menschengruppe'. Und was ist bisher passiert:

1. Zwei Unternehmen hat es wegen ('plötzlich') fehlender Verfahrensdokumentation und wegen überraschendem Ausscheidens des mit dem erforderlichen Alleinstellungs-KnowHow versehenen IT-Mitarbeiters gebröselt. Die beiden Firmen gibt's nicht mehr! Die haben ihre prozessorientierte Fertigungsplanung mit vielen Feinverästelungen und reichlichen Schnittstellen nicht mehr zum Laufen bekommen. Nach einem Software-Releasewechsel! Und dem Anfassen und mit heißester Nadel gestrickten Programmänderungen für ca. € 125.000,-. Keine Chance mehr. Tot!

2. In mir persönlich bekannten fünf Fällen (einer davon hat etwas mit Bilanzmanipulation zu tun und hatte seinen Ursprung in Steinhagen (Westfalen) hat es nach zum Teil schwerwiegendsten Diskussionen und Abwägungen der Testateinschränkung durch den WP letztlich dazu geführt. Einer der Gründe im Verlaufe dieser Testateinschränkung(en): zum Teil veraltete und nicht mehr systemkonforme Verfahrensdokumentation - überhaupt nicht vorhandene Verfahrensdokumentation - schmierzettelmäßige Aufzeichnung von einem in 1 Minute skizzierten 'Verfahrensablauf'!

3. Im Falle einer ehemals in Berlin ansässigen Post-Servicegesellschaft wurde im Rahmen einer außergerichtlichen Schadenersatzforderung "unter anderem wegen mangelhafter Verfahrensdokumentation" gegen eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft/Unternehmensberatungstochter (!!!) ein Betrag in Höhe von mehreren Zehntausend Euros zurückerstattet.

Insofern mein Fazit zu Ihrem Artikel und Ihrer Intention: Super, dass Sie das Thema aufgegriffen haben! Super, dass Sie geistige Anstrengungen zu Konzepten/Beschreibungen/Empfehlungen anstreben wollen und Mitstreiter dazu suchen! Ich wäre gerne dabei!

Warte jetzt ziemlich nervös auf eine Antwort Ihrerseits.

Sie kennen das ja vielleicht schon: Ihnen beiden sehr herzliche Grüße aus dem wunderbarsten Tal des Schwobaländles, dem Bottwartal!


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