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Fachkongress

Innovative Ansätze gegen Wirtschaftskriminalität

Wie kann man Wirtschaftskriminalität wirksam bekämpfen? Dieser Frage widmeten sich rund 180 Experten aus Wirtschaft, Politik und Unternehmen auf dem Fachkongress "Innovative Ansätze gegen Wirtschaftskriminalität" am 29. März 2006 in Hamburg. Bei diesem branchen- und länderübergreifenden Austausch diskutierten sie, welche Strategien und Maßnahmen im Kampf gegen Betrug und Korruption auch in Zukunft wirksam sind. Denn die Schäden durch Wirtschaftskriminalität in Deutschland gehen in die Zig-Milliarden. Die Erscheinungsformen sind vielfältig:  Insolvenzdelikte, Kapitalanlagebetrug, Untreue, im Zusammenhang mit Arbeitsverhältnissen, Computerkriminalität, organisierte Wirtschaftskriminalität, Korruptionskriminalität etc.

Veranstalter des Fachkongresses waren die Techniker Krankenkasse (TK) und das Institute Risk & Fraud Management der Steinbeis-Hochschule nach Hamburg ein. Veranstalter also, die auf der einen Seite von WK betroffen sind (Sichtwort Abrechnungsbetrug) auf der anderen Seite in Forschung und Lehre umfassend damit befasst sind.  Das im Jahr 2004 gegründete erste europäische Ausbildungs- und Forschungsinstitut führt interdisziplinär Expertenwissen aus Wirtschafts-, Rechts- und Sozialwissenschaften zusammen. Im Fokus seiner Arbeit stehen Problemstellungen des Risikomanagements aus der Praxis, der Prävention von Wirtschaftskriminalität sowie die speziellen und komplexen Anforderungen von Unternehmen.

 „Wir wollen den Dialog zwischen Wirtschaftsunternehmen und Ermittlungsbehörden fördern, damit alle von den Erfahrungen profitieren können", begründet Georgia Skorczyk das Engagement der Techniker Krankenkasse. Allein im Gesundheitswesen würden pro Jahr 145 Milliarden Euro bewegt. „Das weckt Begehrlichkeiten", so die TK-Bereichsleiterin Personal und Recht.

„In ganz Deutschland gibt es nur sehr wenige Experten für unternehmensinternes Risikomanagement, die auch Strategien beherrschen, um wirtschaftskriminellem Verhalten vorzubeugen", betont Birgit Galley, Direktorin des „Institute Risk & Fraud Management“. „Durch den interdisziplinären MBA-Studiengang wollen wir dieses Wissen auch Unternehmen zugänglich machen, die ausgewählte Mitarbeiter nun nebenberuflich ausbilden lassen können.“

Den Auftakt des Fachkongresses bildete ein Überblick über die Ansätze zur Bekämpfung von Kriminalität und Terrorismus in der erweiterten Europäischen Union (EU). Ex-Europol-Chef Jürgen Storbeck, jetzt im Bundesinnenministerium tätig, lobte die Zusammenarbeit: „Trotz aller Kritik kann festgestellt werden, dass sich die Effektivität der internationalen Polizeiarbeit wesentlich verbessert hat."

Auf eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Ermittlungsbehörden und den Unternehmen setzt Frank Keller, Leiter der TK-Ermittlungsgruppe Abrechnungsmanipulation. Gemeinsam mit Staatsanwalt Alexander Badle aus Frankfurt (Leiter der Arbeitsgemeinschaft "Ärzte") beleuchtete er die besondere Situation des deutschen Gesundheitswesens mit seiner Vielzahl unterschiedlicher Leistungserbringer und der nahezu unüberschaubaren Anzahl einzelner Abrechnungen: „Allein bei der TK gehen in jedem Jahr rund 35 Millionen ärztliche Verordnungen, eine Million Krankenhausabrechnungen und 42 Millionen einzelne ärztliche Abrechnungsfälle mit einem Gesamtvolumen von rund sieben Milliarden Euro ein." Aus diesen Datenmengen filtert die TK-Ermittlungsgruppe Auffälligkeiten heraus, bearbeitet die Fälle weiter und sucht frühzeitig den Austausch mit den zuständigen Ermittlungsbehörden.

Wirtschaftskriminalität hinterlässt meist Spuren in der IT. Wie IT und Wirtschaftskriminalität zusammenhängen, damit beschäftigte sich Hans-Jürgen Hohmeier, Leiter des Geschäftsbereichs Wirtschaftsprüfung bei der DATEV eG. Mit der geeigneten Software lassen sich die Spuren von Wirtschaftskriminalität in der IT finden. Dass dazu Software auf mathematisch-statistischer Methodenbasis zählt, wie Benford’s Law und der Chi-Quadrat-Test, also Software, die auch im Kontext der elektronischen Steuerprüfung eingesetzt wird, ist nicht überraschend. Denn die Grenzen zwischen Steuerprüfung, Steuerfahndung und Wirtschaftskriminalität sind fließend.

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