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Herausforderung Compliance

25.03.2014

Gerhard Schmidt

Gerhard Schmidt 
Chefredakteur des "Forum Elektronische Steuerprüfung".

 

Ein Ex-Bundespräsident muss sich vor Gericht verantworten, weil er bewirtet wurde. Ein Automobilclub manipuliert Testergebnisse. Die Logen in Bundesligastadien verwaisen, weil sich kaum noch jemand traut, Geschäftsfreunde einzuladen. Ein Fußballfunktionär muss wegen Steuerhinterziehung für einige Jahre hinter Gitter. Ein großer Branchenverband reicht bei Meetings in seinen Räumen schlichte belegten Brötchen, um Vorwürfen der kulinarischen Vorteilsnahme durch die Teilnehmer wegen potenziell zu groß geratener Schnitzel aus dem Weg zu gehen. So verschieden die Szenarien sind, über allen steht in großen Lettern: Compliance, auf Deutsch: Regelkonformität.

Regeln gibt es in vielen Lebensbereichen und so unterscheidet beispielsweise Wikipedia in die betriebswirtschaftliche, informationstechnische, steuerliche, agrarpolitische, medizinische, physiologische und soziopsychologische Compliance.

Für uns hier relevant im Zusammenhang mit der elektronischen Steuerprüfung sind die betriebswirtschaftliche, informationstechnische und steuerliche Compliance. Insbesondere die betriebswirtschaftliche bildet einen Schwerpunkt des aktuellen Newsletters. Von den noch vorhandenen Defiziten in der Wirtschaft bis zur Literatur darüber, wie die Herausforderung anzupacken ist. Insbesondere der Mittelstand und Unternehmen, die das Thema durch einen Compliance Officer personell noch nicht verankert haben, haben hier Nachholbedarf.

Allerdings sollte man Compliance mit Augenmaß angehen. Schließlich hat die Wirtschaft doch ganz gut und ziemlich regelkonform funktioniert, als noch niemand den Begriff „Compliance“ im Mund führte. Was hat sich so gravierend geändert, dass wir heute ohne Compliance-Management-System nicht mehr auszukommen glauben? Hat die Regelungsdichte so drastisch zugenommen, dass eine Regelkonformität im Unternehmen nicht mehr einfach so ohne Weiteres gelebt werden kann? Sind in den letzten Jahren Anstand und Moral im Geschäftsleben so verlottert, dass hier energisch gegengesteuert werden muss? Wollen sich Berater mittels Schreckensszenarien bei Compliance-Verstößen neue Geschäftsfelder erschließen?

All dies sollten Sie mitbedenken, wenn Sie sich in Ihrem Unternehmen mit Compliance beschäftigen.

Ihr Gerhard Schmidt

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