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IHK-Umfrage zu "Compliance": Unbekannt, unterschätzt, erschreckend

Presseinformation der IHK Pfalz

29.01.2010

"Das Ergebnis ist besorgniserregend", so das Fazit einer aktuellen Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) für die Pfalz zum Thema Compliance. "Viele Unternehmen unterschätzen die Bedeutung des Themas für die betriebliche Praxis und die Gefahr gravierender Schäden für das eigene Geschäft", ist Heiko Lenz, Jurist im Geschäftsbereich Recht und Fair Play, überzeugt.

Compliance beschreibt die Sicherstellung regelkonformen Verhaltens eines Unternehmens und seiner Geschäftsleitung mittels eingeführter Kontrollmechanismen. Rechtstreues Verhalten dient der Risikovorbeugung und Schadensabwehr im Unternehmen. "Besonders erschreckend ist, dass ein Großteil der Befragten schon mit dem Begriff Compliance nichts anzufangen wusste," so Heiko Lenz. Lediglich bei der Hälfte der antwortenden Unternehmen habe sich die Geschäftsleitung bereits mit dem Thema auseinandergesetzt. Auch inhaltlich werde die Reichweite der Compliance-Problematik verkannt. So verbinden die Unternehmen mit Compliance-Management noch am häufigsten die Begriffe Ethik und moralisches Verständnis der Mitarbeiter im Unternehmen. Auf den weiteren Plätzen folgen der Datenschutz und das Arbeitsrecht. Auch die Themenfelder Korruption und Risikomanagement werden oft mit Compliance assoziiert. Am wenigsten werde der Export mit einem Compliance-Management in Verbindung gebracht.

Die Risiken, die Unternehmen durch unterlassene und unzureichende Compliance-Organisation eingingen, reichten von Imageschäden über Schadensersatzforderungen bis hin zu strafrechtlichen Konsequenzen. Rund drei Viertel der Antwortenden haben kein Compliance-Programm im Unternehmen installiert, 70 % planen dies auch in den nächsten drei Jahren nicht. Als Gründe für diese Passivität wird häufig auf die fehlenden Rechtsgrundlagen und geringes, weil nicht bekanntes Fehlverhalten der Mitarbeiter verwiesen. Auch fehlende finanzielle Mittel und personelle Kapazitäten werden als Gründe angeführt. Diese Haltung sei aber für die Unternehmen hochriskant, so Lenz. Es dauere Jahrzehnte, ein Unternehmen und seine Reputation aufzubauen und zehn Minuten, um alles zu zerstören.

Die IHK Pfalz rät den Unternehmen, ihre Compliance-Organisation mit den unternehmensspezifischen Compliance-Risiken in Einklang zu bringen und nicht zu sparen.

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