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PSP zur Sache
Neue Prüfungswelt
Prüfungsmakros Ein Erfahrungsbericht
Stefan Groß, Steuerberater und Certified Informations Systems Auditor (CISA) ist Partner von Peters Schönberger & Partner GbR, einer renommierten Kanzlei von Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern und Anwälten in München. Er beschäftigt sich bereits seit vielen Jahren mit den steuerrechtlichen und verfahrenstechnischen Umfeld der elektronischen Steuerprüfung.
Martin Lamm, Dipl.-Oec., Dipl.-Inform.(FH) ist Steuerberater bei Peters Schönberger & Partner in München. Zu seinen Schwerpunktthemen gehören IT-Systemprüfungen nach PS 330, GDPdU-Projekte, Datenanalysen, Erstellung/Prüfung von Verfahrensdokumentationen, Migrationsprüfungen, IT Due Diligence, IT Forensics und IT Compliance.
Alexander Georgius ist Steuerberater bei Peters Schönberger & Partner GbR. Er beschäftigt sich insbesondere mit der Schnittstelle zwischen Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung und IT.
Wirtschaftsprüfung ist heute ohne den Einsatz von EDV nicht mehr
vorstellbar. Dabei wird der Computer jedoch weniger als
Prüfungswerkzeug als vielmehr zur Erstellung der Dokumentation oder des
Prüfungsberichtes verwendet. Im Rahmen der eigentlichen
Prüfungshandlungen herrscht nahezu unverändert die Situation vor, dass
der Wirtschaftsprüfer Berge von Papier und Listen durchforsten muss, um
Auffälligkeiten auf die Spur zu kommen oder Plausibilitäten zu belegen.
Hinzu kommt, dass die Daten, die im Rahmen einer Jahresabschlussprüfung
von Relevanz sind, heutzutage in diversen Vor- und Nebensystemen
erzeugt werden. Der Wirtschaftsprüfer wird dann häufig mit einer Fülle
von Ausdrucken konfrontiert und ist mehr oder weniger auf Stichproben
angewiesen, um den Wahrheitsgehalt des Zahlenwerks zu überprüfen.
Tabellenkalkulationsprogramme, wie insbesondere Excel, sind meist das
einzige Mittel im Kampf gegen die Kombination aus dem hohen
Datenaufkommen und der knapp bemessenen Prüfungszeit. Doch selbst wenn
der Prüfer den Umgang mit einer entsprechenden Software beherrscht,
führen die Komplexität der vorhandenen Datenstrukturen und die Masse an
Daten häufig dazu, dass gewünschte Auswertungen nicht oder nur mit
einem unverhältnismäßig hohen Prüfungsaufwand zu erzielen sind. Darüber
hinaus ist eine (versehentliche) Änderung der einmal importierten Daten
nicht ausgeschlossen und die einzelnen Schritte der durchgeführten
Prüfungshandlungen können im Nachhinein bei vielen Softwarelösungen
nicht mehr nachvollzogen werden.
Hilfe bieten in diesen Fällen spezielle Prüfungsprogramme, die für
den Umgang mit Massendaten konzipiert sind und bereits vordefinierte
Auswertungsmöglichkeiten standardmäßig vorhalten. Zu dieser Gattung
gehören Programme wie IDEA oder ACL, die Prüfroutinen wie Lücken-,
Mehrfachbelegungs- oder Altersstrukturanalysen enthalten und damit
Auffälligkeiten in Massendaten schnell ans Tageslicht bringen. Will man
jedoch Prüfungshandlungen abbilden, wie sie für die Wirtschaftsprüfung
typisch sind, so ist zumeist das Aneinanderreihen diverser
Prüfungsschritte und Analysen erforderlich. Daher war diese Art der
Prüfung bislang meist ausschließlich Spezialisten vorbehalten, die im
Umgang mit der entsprechenden Software eigens geschult waren. Der
zunehmende Anstieg der Masse an Unternehmensdaten verbunden mit dem
Erfordernis, diese Daten auch medienbruchfrei EDV-gestützt zu prüfen,
erfordert jedoch Prüfwerkzeuge, die kanzleiübergreifend eingesetzt
werden können. Dabei muss zugleich der Schulungs- und Pflegeaufwand
überschaubar bleiben.
Die Lösung: Spezielle, an Massendaten ausgerichtete Prüfungsmakros.
Prüfungsmakros sind vereinfacht dargestellt kleine Computerprogramme,
die große Datenbestände, die aus dem ERP-System des Unternehmens
stammen, auf vielfältige Art und Weise analysieren können. In einem
Makro lassen sich Analyseschritte festlegen, die anschließend immer
wieder aufs Neue auf unterschiedliche Datenbestände angewendet werden
können. Dabei muss das Makro an sich nur einmal erstellt werden. Als
Ergebnis liefern makrounterstützte Prüfungshandlungen entweder bereits
ein abgeschlossenes Prüfungsergebnis oder sie schaffen über
entsprechende Fehler- bzw. Hinweislisten die Grundlage für konkrete,
manuelle Prüfungshandlungen. Will man diese elektronischen Ablaufpläne
schließlich kanzleiübergreifend einsetzen, so bedarf es hierzu einer
intuitiv zu handhabenden technischen Plattform, welche die
Prüfungsmakros aufnimmt und für die Durchführung
bereitstellt.
Die PSP Peters Schönberger GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat
als Entwicklungsplattform für Prüfungsmakros eine spezifische
Entwicklungsumgebung eingesetzt und eine Vielzahl entsprechender
Prüfungsmakros entwickelt. Eine makrounterstützte Prüfung bei PSP läuft
vereinfacht wie folgt ab:
Das zu prüfende Unternehmen liefert die angeforderten Daten,
beispielsweise das Buchungsjournal des Prüfungszeitraumes und des
darauf folgenden Zeitraumes bis zum aktuellen Prüfungstag. Für die
Bereitstellung nutzt das Unternehmen die Exportschnittstelle seines
ERP-Systems und schreibt die Daten auf eine CD. In vielen Systemen
bietet sich hierfür auch der Export über die sog. GDPdU-Schnittstelle
an, welche dem im Rahmen des Datenzugriffsrechts der Finanzverwaltung
empfohlenen Beschreibungsstandard folgt. Nach dem Einlesen der Daten in
den Prüfer-PC und einer eventuellen Datenaufbereitung lassen sich
verschiedene Makros auf diese Daten anwenden: Den Prüfern bei PSP steht
z. B. das Makro Gegenkontoanalyse zur Verfügung. Hierbei werden alle
bebuchten Gegenkonten eines zuvor eingegebenen Kontenbereichs
analysiert und die Anzahl der Buchungen auf diesen Konten ausgegeben.
Falsch bebuchte Konten können damit leicht identifiziert und
hinterfragt werden. Ein weiteres Makro listet automatisiert alle
Buchungen auf, die kurz vor dem Bilanzstichtag getätigt und kurz nach
dem Bilanzstichtag wieder rückgängig gemacht wurden. Entsprechende
Auffälligkeiten werden damit transparent und wecken unmittelbar das
Interesse des Prüfers. Wählt der Prüfer das Makro Cut-Off-Prüfung, so
wird er in die Lage versetzt, eine große Anzahl von Daten durch
vielfältige Einschränkungsmöglichkeiten zu verdichten und erhält in
diesem Fall eine Zusammenstellung der Buchungen, die wenige Tage vor
und nach dem Bilanzstichtag erfolgt sind. Dabei lassen sich die
Suchkriterien über diverse Filterfunktionen in Abhängigkeit vom
Einzelfall feinjustieren.
Zwar liegt die Prüfung auf Knopfdruck noch in weiter Ferne, aber
Prüfungsmakros werden zweifelsohne dazu beitragen, die
Wirtschaftsprüfung effizienter zu gestalten. Das langwierige Suchen
wird so zu einem schnellen Finden. Richtig programmiert verstehen die
Makros jede Art von maschinenlesbaren strukturierten Daten, können
beliebig erweitert werden und passen sich den individuellen
Datenstrukturen eines Unternehmens an. Dabei ist neben der technischen
Entwicklung und Bereitstellung stets ein besonderes Augenmerk auf die
inhaltliche Ausgestaltung zu legen. Hier ist der Sachverstand des
Wirtschaftsprüfers gefragt, entsprechend sinnvolle Prüfungsschritte aus
seinem Erfahrungsschatz abzuleiten.
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