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Sachsen

Wirtschaft und Verwaltung in Sachsen wollen Betriebsprüfungen weiter optimieren

04.04.2024

Die Präsidenten der Steuerberaterkammer des Freistaates Sachsen, des Steuerberaterverbandes Sachsen, der sächsischen Wirtschaftsprüferkammer und des Landesamtes für Steuern und Finanzen haben am 26.03.2024 ein gemeinsames Strategiepapier zum Steuervollzug unterzeichnet. Die vier Partner erklären darin, dass eine moderne Betriebsprüfung mit den Entwicklungen in Wirtschaft und Gesellschaft Schritt halten muss. Betriebsprüfungen und damit der Steuervollzug sollen einfacher, effizienter und fairer werden.

Präsident des Landesamtes für Steuern und Finanzen, Karl Köll: »Mit der Unterzeichnung des Strategiepapiers setzen wir den im Jahr 2023 mit den sächsischen Industrie- und Handelskammern eingeschlagenen Weg zur Optimierung des Steuervollzugs fort. Die Steuerverwaltung sorgt dafür, dass die Steuern entsprechend der Gesetze festgesetzt und erhoben werden. Die damit verbundenen Verwaltungsabläufe müssen sich am Grundsatz eines wirtschaftlichen Verwaltungshandelns orientieren und dürfen das erforderliche Maß nicht übersteigen. Insoweit freue ich mich, den Weg gemeinsam mit den Berufsständen der Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung weiterzugehen, um den Steuervollzug künftig für alle Beteiligten noch wirtschaftlicher und noch schlanker zu gestalten.«

Präsident der Steuerberaterkammer des Freistaates Sachsen, Dirk Rose: »Der Berufsstand der Steuerberater engagiert sich für sachgerechte Betriebsprüfungen, die den Ansprüchen einer modernen, digitalen Gesellschaft gerecht werden. Mit dem unterzeichneten Strategiepapier setzen Steuerverwaltung, Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung ein Zeichen pro Effizienz und Fairness. Es gilt die Balance zwischen sachlichen Notwendigkeiten und ressourcenschonenden Strukturen zu halten. Wir Steuerberater unterstützen dieses Ziel mit unserer Kompetenz für die betreuten Unternehmen und in der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit der Verwaltung.«

Präsident des Steuerberaterverbandes Sachsen e. V., Hans-Joachim Kraatz: »Durch die Unterzeichnung des Strategiepapiers möchten wir erneut auf die Vereinbarkeit einer modernen Unternehmensführung und den Verfahren der Betriebsprüfung aufmerksam machen. Betriebsprüfungen sind ohne jeden Zweifel erforderlich, sollten aber vor allem fair ablaufen und weniger Personal binden. Zahlreiche Unternehmen in diesem Land stöhnen bereits über die immer weiter ausufernde Bürokratie. Es wäre bedauerlich, wenn deren Arbeitsalltag und der unserer Mitarbeiter in den Steuerkanzleien durch steuerliche Prüfungen in unnötiger und überbordender Art und Weise über Gebühr strapaziert werden. Dies gilt umso mehr, wenn es am Ende des Tages nur um Kleinstbeträge geht. An dieser Stelle wäre etwas Großzügigkeit angebracht und für alle Seiten hilfreich.«

Landespräsidentin Sachsen der Wirtschaftsprüferkammer, Regina Vieler: »Als Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer freuen wir uns über die Vereinbarung des gemeinsamen Strategiepapiers zur Vereinfachung des Steuervollzugs zwischen den Berufsständen der Wirtschaftsprüfer/vereidigten Buchprüfer und Steuerberater sowie dem Landesamt für Steuern und Finanzen im Freistaat Sachsen. Das Strategiepapier zeigt Potenziale auf, die Effizienz der Betriebsprüfung zu steigern und gleichzeitig die Belastung für Unternehmen zu minimieren. Es markiert einen bedeutenden Schritt hin zu einer verbesserten Zusammenarbeit, die den regulatorischen Anforderungen sowie den Bedürfnissen der Steuerpflichtigen gerecht wird. Wir befürworten ausdrücklich den Ansatz, klare Kommunikationswege und Austauschplattformen einzurichten, um anstehende steuerliche Fragen zu klären und Probleme zeitnah und effizient zu lösen. Die Implementierung risikobasierter Prüfungsansätze sowie die Festlegung schlanker Abläufe und Verfahren für Betriebsprüfungen in der Finanzverwaltung werden sowohl in der Verwaltung als auch in den Unternehmen Zeit und Ressourcen sparen. Als Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer werden wir unsere Mandanten weiterhin nachdrücklich bei der Implementierung von Tax-Compliance-Systemen unterstützen, um die Einhaltung steuerlicher Vorschriften zu gewährleisten und die Zusammenarbeit mit den Finanzbehörden zu verbessern.«

Demografische Entwicklung und der damit einhergehende Fachkräftebedarf erfordern in Wirtschaft und Verwaltung einen effizienten Einsatz aller Ressourcen. In diesem Sinne soll die Betriebsprüfung in den Unternehmen zukünftig noch schneller und effizienter durchgeführt werden. Die zeitnahe Abgabe der Steuererklärungen, verbindliche Absprachen zum zeitlichen Ablauf, die termingerechte Beantwortung von Prüferfragen sowie ein verbesserter Datenaustausch tragen hierzu bei. Die Betriebsprüfung der sächsischen Steuerverwaltung wird künftig interne Steuerkontrollsysteme von Unternehmen, die die Einhaltung steuerlicher Pflichten im Unternehmen sicherstellen sollen, in ihre Prüfungen einbeziehen.

Betriebsprüfungen sind zur Gewährleistung von Steuergerechtigkeit und Wettbewerbsgleichheit unverzichtbar. Eine kooperative, vertrauensvolle und wertschätzende Kommunikation zwischen allen Beteiligten – den Steuerpflichtigen, den beratenden Berufen und der Steuerverwaltung – ist für die Durchführung eine wesentliche Grundlage.

(Medieninformation des Landesamt für Steuern und Finanzen vom 26.03.2024)

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03.05.2024

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