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audiconale 2015

IKS rückt immer stärker in den Fokus (Rückblick auf die audiconale 2015)

29.10.2015

Gerhard Schmidt

Gerhard Schmidt 
Chefredakteur des "Forum Elektronische Steuerprüfung".

Eigentlich sollte das Thema „Internes Kontrollsystem (IKS) in der Wirtschaft längst abgehakt sein. Wird ein IKS doch seit 20 Jahren durch die GoBS gefordert. Nun erlebt es durch die GoBD im Bewusstsein von Wirtschaft und Finanzverwaltung offensichtlich eine Renaissance. Und so haben sich auch auf der audiconale 2015 eine Reihe interessanter Vorträge mit IKS-Fragen beschäftigt.

Das vielleicht anschaulichste Beispiel für den Wert eines IKS gab Bernhard Lindgens vom Bundeszentralamt für Steuern. Er berichtete in seinem zusammen mit Stefan Groß (Peters, Schönberger & Partner mbB) gehaltenen Vortrag „Auswirkungen der GoBD auf das Unternehmen“ über den aktuellen Diskussionsentwurf des BMF zur Abgrenzung zwischen einfacher Berichtigung (§153 AO) und strafbefreiender Selbstanzeige (§370 AO) z.B. bei „Arbeitsfehlern“. Ein funktionierendes IKS ist hier für ein Unternehmen enorm entlastend. Dokumentiert es doch, dass das Unternehmen bestrebt war, nach sauberen Verfahren zu arbeiten, dass es Kontrollen definiert hat, um die Einhaltung der Verfahren auch sicherzustellen und diese Kontrollen auch tatsächlich durchführt.

Nicht vom konkreten praktischen Nutzen wie Lindgens, sondern aus allgemeiner theoretischer Sicht gingen Andreas Arntz und Martin Gutzmer von der Horizon5 GmbH das Thema in ihrem Vortrag „Das IKS-Puzzle lösen“ an. Erschien das Puzzle mit acht Teilen zu Beginn noch ganz überschaubar, wurde im weiteren Verlauf des Vortrags die Komplexität des Themas immer deutlicher. Ein weit gefasster Kontrollbegriff wurde eingeführt, Risikokategorien, betroffene Organisationseinheiten und das IKS-Gesamtkonzept immer verästelter, die Prozessketten immer länger. Und als schließlich alles im dreidimensionalen COSO-Würfel zusammengefügt wurde, war jedem klar: Die Einrichtung und Prüfung eines IKS ist eine nicht ganz triviale Angelegenheit. Doch in der Praxis lässt sich durch den Einsatz von Datenanalyse das Leben des Kontrollwilligen erheblich erleichtern. Automatisiertes Continuous Monitoring ist hier die Zielrichtung.

Um automatisierte Kontrollen ging es dann auch im Vortrag von Günter Czesna von der Hörmann KG VKG. Doppelzahlungen an Lieferanten sollen dadurch verhindert werden. Vermeiden lassen sie sich in der Praxis offensichtlich nicht, was zu beträchtlichen Verlusten führen kann. Denn zur Rückerstattung bedarf es einer rechtzeitigen Entdeckung, die durch manuelle Prüfungen kaum realisiert werden kann. Zur Überprüfung des gesamten Datenbestandes ist daher der Einsatz digitaler Datenanalyse-Tools unabdingbar. So die Erfahrung von Czesna.

Dass im Zollbereich viele knifflige Regularien gelten, kann sich auch der  vorstellen, der mit komplexen Im- und Exportgeschäften nicht befasst ist. Läuft dabei etwas schief, kann einiges an Geld verbrannt werden. Wie dem durch die Einführung eines IKS entgegengewirkt werden kann, zeigte Till Kramer von der Meyer & Meyer Zoll Services GmbH. Von der Planung über Herausforderungen und Restriktionen bei der Umsetzung, die Definition von Prüfschritten bis zum Ausblick auf die Weiterentwicklung stellte er sein IKS-Projekt unter Einsatz der Software Caseware-Monitor vor.

Und so lässt sich resümieren: Jeder, der sich mit dem Thema IKS beschäftigt (beschäftigen muss), konnte von der audiconale 2015 viele Anregungen mitnehmen: motivierende, erhellende, praktische.

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