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audiconale 2011 - Rückblick

Von Gerhard Schmidt

15.10.2011

Gerhard Schmidt

Gerhard Schmidt 
Chefredakteur des "Forum Elektronische Steuerprüfung".

"Die Digitalisierung des Steuerrechts schreitet unaufhaltsam voran" war der aus Sicht der elektronischen Steuerprüfung interessanteste Vortragstitel der audiconale 2011 am 15. und 16. September in Düsseldorf. Bernhard Lindgens vom Bundeszentralamt für Steuern und Steuerberater Stefan Groß warfen sich dabei zu den Stichworten Electronic Invoicing, GDPdU, Aufbewahrungsfristen, Betrugsbekämpfung und E-Bilanz die Bälle zu: zu Erfolgsgeschichten, Zielsetzungen, Fragen, Problemen, Lösungen, Alternativen.

Elektronischer Rechnungsaustausch

Ihre Erörterungen zum elektronischen Rechnungsaustausch (ohne und mit Signatur) schlossen die Referenten mit dem Plädoyer an die Unternehmen, die tatsächlichen Vereinfachungen durch das Steuervereinfachungsgesetz anzunehmen und von der Win-Win-Möglichkeit für alle zu profitieren. Dazu empfahlen sie, möglichst zügig eine Taxonomie für Rechnungen mit einem Standard-Rechnungsformat zu entwickeln.

Steuerliche Betrugsbekämpfung

Bei der steuerliche Betrugsbekämpfung ergibt sich für die Finanzverwaltung ein Zielkonflikt zwischen einerseits dem Bürokratieabbau und der effektiven Bekämpfung insbesondere des Umsatzsteuerbetrugs. Drei denkbare Alternativen skizzierte Bernhard Lindgens: 1. Die Sicherstellung unveränderter Rechnungsinhalte durch die Buchführungssysteme, 2. Der (Online)Zugriff auf die Buchführungsdaten beim Leistungsempfänger zur Überprüfung des Vorsteuerabzugs, 3. Aus dem Grünbuch der EU-Kommission: Upload der Rechnungsinhalte zwecks Zugriffs der Finanzbehörden. In diesen Zusammenhang ist auch die durch das Steuervereinfachungsgesetz neu geschaffene Möglichkeit des unmittelbaren Datenzugriffs bei der (unangekündigten) Umsatzsteuernachschau zu sehen. Damit ist der Datenzugriff nicht mehr auf förmlich (mit Prüfungsanordnung) angekündigte Außenprüfungen beschränkt. Daraus resultiert für die Unternehmen akuter Handlungsbedarf: neben der lückenlosen Aufbewahrung elektronischer Abrechnungen sollten rechtzeitig Benutzerprofile für die Umsatzsteuernachschau eingerichtet werden.

IT wird in der Finanzverwaltung als der Schlüssel zum Erfolg bei der steuerlichen Betrugsbekämpfung gesehen: durch eine höhere Kontrolldichte an den Grenzen, durch IT-Kontrollen, die einen Systemwechsel beherrschbar machen, durch eine Rechnungs-Taxonomie oder durch ein intelligentes und IT-gestütztes MWSt-System.

GDPdU

Mach zehn Jahren GDPdU resümieren Groß und Lindgens: die digitale Betriebsprüfung ist Standard, Vor- und Nebensysteme rücken zunehmend in des Fokus, Prüfmakros sind auf dem Vormarsch und Gerichtsurteile festigen die Rechtslage.

E-Bilanz

Mit "Die große Unbekannte" waren die Ausführungen zur E-Bilanz überschrieben. Die elektronische Übermittlung von Bilanzen ist im Kontext des Risikomanagementsystems der Finanzverwaltung in der Veranlagung und Außenprüfung zu sehen. Dessen Ziel ist die Prüfung der steuerpflichtigen Unternehmen innerhalb der Verjährungsfristen, bei denen von einem hohen steuerlichen Risiko ausgegangen werden kann.

Zur Vorbereitung der E-Bilanz besteht bei den Unternehmen erheblicher Handlungsbedarf. Sie müssen sicherstellen, dass die in der täglichen Praxis anfallenden Buchungsdaten in die XBRL-Taxonomie übernommen werden. Dazu gehört die Anpassung des ERP-Systems: zusätzlicher Buchungskreise, zusätzliche Ledger (Bücher) innerhalb eines Buchungskreises oder zusätzliche Konten innerhalb eines Ledgers können nötig sein.

Als praktische Hinweise aus Steuerberatersicht gab Stefan Groß mit auf den Weg: Abwägung Steuerbilanz vs. Überleitungsrechnung, Mussfelder identifizieren ("Mapping"), Kontenrahmen mit Mindestumfang synchronisieren, Analyse der Rechnungslegungssysteme auf XBRL-Konformität, Auffangpositionen nutzen, Änderungsbedarf bei Vor- / Nebensystemen analysieren, Schulung der Mitarbeiter, Erarbeitung von Taxonomie-Migrations-Szenarien, Nutzung des "Übergangsjahrs".

Datenanalyse

Die zweitägigen Konferenz bot eine Vielzahl weiterer Vorträge. So schlug beispielsweise Holger Klindtworth unter dem Titel "Die Entwicklung der Datenprüfung in der Wirtschaftsprüfung" einen Bogen von der Keilschrift der Sumerer bis zum Cloud-Computing: Technologischer Wandel führt zu erhöhter Komplexität. Erhöhte Komplexität führt zu neuen Anforderungen an die Prüfung. Insbesondere Massendaten lassen sich dabei nur mit Datenprüfung prüfen. Klaus Jakobi spürte den Möglichkeiten von "Fraud Detection mittels Datenanalysen" nach. Und Rouven Friedrich beschäftigte sich mit "Effizienter prüfen bei mittelständischen Mandanten: Die Prüfung von IT-Geschäftsprozessen als Bestandteil der IKS-Prüfung".


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