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Studie: Compliance

Studie: Compliance - Handlungsoptionen im Mittelstand

01.11.2016

Wie weit haben sich Unternehmen aus dem kleinen und dem gehobenen Mittelstand inzwischen des Themas Compliance angenommen und Compliance-Strukturen aufgebaut? Dieser Frage ging eine Studie nach, die die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ebner Stolz gemeinsam mit dem F.A.Z.-Institut durchgeführt hat. Den größten Handlungsbedarf für Compliance sehen die befragten Unternehmen im Datenschutz (98 Prozent), in der IT-Sicherheit (92 Prozent) sowie im Arbeits- und Steuerrecht (86 bzw. 82 Prozent). Es folgen mit einer etwas geringeren Häufigkeit die Bereiche Umweltrecht, Korruption und Kartellrecht.

Die Beschäftigung mit Compliance steht im Fokus des deutschen Mittelstands: Acht von zehn Unternehmen haben bereits entweder ein umfassendes Compliance-Management-System eingeführt oder Compliance-Maßnahmen in Teilbereichen des Unternehmens umgesetzt. Gehobene Mittelständler verfügen deutlich häufiger über ein umfassendes Compliance-Management-System als kleine mittelständische Unternehmen. Doch diese sehen Nachholbedarf und wollen mittelfristig ihre Compliance-Investitionen stärker ausweiten. 58 Prozent der befragten Unternehmen mit einem Jahresumsatz von weniger als 50 Millionen Euro planen steigende Investitionen, bei den größeren Unternehmen sind es immerhin 40 Prozent.

Das ist ein Ergebnis der aktuellen Studie zu Compliance, die die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ebner Stolz gemeinsam mit dem F.A.Z.-Institut durchgeführt hat. Die Studie analysiert die Motive und Vorgehensweise des Mittelstands bei der Einführung von Compliance-Strukturen. Befragt wurden mittelständische Unternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 750 Millionen Euro. 40 Prozent der befragten Unternehmen waren kleine Mittelständler mit einem Jahresumsatz von unter 50 Millionen Euro. Die Ergebnisse der Befragung werden ergänzt durch sechs Tiefeninterviews mit Compliance-Verantwortlichen in ausgewählten Unternehmen.

„Bei der Umsetzung von Compliance-Anforderungen gehen mittelständische Unternehmen in der Regel anders vor als große Konzerne", sagt Dr. Daniel Kautenburger-Behr, Rechtsanwalt, Steuerberater und Partner bei Ebner Stolz in Köln. „Meist ergreifen Geschäftsführer oder Abteilungsleiter je nach Risikograd zunächst Compliance-Maßnahmen in Teilbereichen des Unternehmens. Diese modulare Vorgehensweise ist aufgrund der Struktur des Mittelstands mit flachen Hierarchien und direkten Kommunikationswegen gerechtfertigt", so Kautenburger-Behr. Dennoch geht der Trend dahin, umfassende Compliance-Systeme einzurichten: Neun von zehn der befragten Unternehmen planen ihre Richtlinien beziehungsweise Prozesse anzupassen oder neu zu etablieren und damit die Voraussetzung für ein umfassendes Compliance-Management-System zu schaffen.

Den größten Handlungsbedarf für Compliance sehen die befragten Unternehmen im Datenschutz (98 Prozent), in der IT-Sicherheit (92 Prozent) sowie im Arbeits- und Steuerrecht (86 bzw. 82 Prozent). Es folgen mit einer etwas geringeren Häufigkeit die Bereiche Umweltrecht, Korruption und Kartellrecht.

„Das Thema Tax-Compliance wird den Mittelstand in Zukunft zunehmend beschäftigen", sagt Prof. Holger Jenzen, Steuerberater bei Ebner Stolz, Stuttgart. Steffen Demuß, Leiter Steuern & Compliance bei der Koenig & Bauer AG, teilt diese Einschätzung: „Die Finanzverwaltung hat für ihre Betriebsprüfungen stark aufgerüstet und wertet mit Hilfe einer Prüfsoftware systematisch die Daten der betrieblichen Buchhaltungssysteme aus. Ein besonderes Augenmerk richtet sie dabei auf Volumensteuern wie Umsatzsteuer, Lohnsteuer und internationale Verrechnungspreise. Um die steuerliche Risiken zu minimieren haben wir bei König & Bauer ein Tax-Compliance-System etabliert."

Die Einführung von Compliance-Strukturen bietet den Unternehmen einen klaren Mehrwert: Mehr Sicherheit (90 Prozent), Transparenzsteigerung (83 Prozent) und effizientere Prozessabläufe (44 Prozent) werden als wesentliche Zusatznutzen genannt. Umgekehrt sind klare Prozessabläufe eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Einführung von Compliance-Management-Systemen. „Wenn die Prozesse klar beschrieben sind, brauchen Sie nur noch an den Arbeitsabläufen entlangzugehen und zu schauen, wo es Imagethemen, Werteflüsse und Haftungsthemen gibt", sagt Dr. Ulrich Schulz, Executive Director, Organisation, Prozesse und Compliance bei CORPUS SIREO.

Der wichtigste Erfolgsfaktor für Compliance ist jedoch der „Tone from the Top". Das sehen auch 94 Prozent der befragten Unternehmen, die angeben, dass ihre Unternehmensführung Compliance vorlebe. „Mitarbeiter haben ein feines Gespür dafür, ob Compliance ein Teil der Unternehmenskultur oder lediglich ein standardisierter Prozess eines Organisationsmodells ist. Nur im ersten Fall wird Compliance erfolgreich sein", erklärt Ulrich Rothfuchs, Direktor Recht, Compliance und Datenschutz der DEKRA SE.

(Presseinformation von Ebner Stolz vom 12.10.2016)

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