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Replik auf "Föderalismus höherer Ordnung"

Von Peter Eller

Peter Eller setzt sich mit dem Editorial vom September 2008  "Föderalismus höherer Ordnung" von Gerhard Schmidt auseinander.

 

Peter Eller

Peter Eller ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Steuerrecht in München (www.msa.de). Er ist Autor des Fachbuchs "Elektronische Rechnungsstellung und digitale Betriebsprüfung".

Grüß Gott Herr Schmidt,

Ihr Editorial vom 04.09.2008 kann aus südbayrischer Sicht nicht unwidersprochen bleiben: Nehmen Sie sich ein Beispiel an unserer Bundeskanzlerin – von Bayern lernen heißt siegen lernen. Mehr Zentralismus und weniger Kleinstaaterei? (Bayern ein Kleinstaat? da gackern ja die Hühner) Mehr Bismarck? Dieser Mann hat 1866 es fertig gebracht, dass Bayern in einen Krieg verwickelt wurde und während sich dieses brave Volk samt seinem geliebten König Ludwig II noch in Sicherheit wiegte (O-Ton „Ich will diesen Krieg nicht” und im Volksmund „so schnei schiaßn d’Preißn ned”), ist die preußische Kriegsmaschinerie schon über unser schönes Land hinweggefegt. Für diese Niederlage werden wir Jahrhunderte lang auf Rache sinnen und alles, was aus Berlin kommt, für das haben wir bestenfalls noch Hohn und Spott übrig. Glauben Sie bloß nicht, dass 140 Jahre eine historisch ausreichende Zeitspanne sei, wenn Sie nach Nordirland blicken, dort geht der Konflikt bis auf das 16. Jahrhundert zurück. Was hat uns die Niederlage von 1866 denn eingebracht? Deutsch-preußischen Zentralismus und eine Katastrophe nach der anderen bis zum 08.05.1945.

Seitdem ist endgültig Schluss mit der Berlinerei, da können Sie träumen, lieber Herr Schmidt, so viel Sie wollen, denn: Hätten wir diesen Zentralismus, und hätten wir in Braunschweig eine gute Idee, dann würde sie von den Berliner Wasserköpfen mit Sicherheit nicht zu bundesweiter Geltung verschafft, ganz allein aus dem Grund, weil die Idee nicht den Berliner Wasserköpfen entsprungen ist. So funktioniert Zentralismus und glauben Sie bloß nicht, dass bei einem zentralistischen System die gute Braunschweiger Idee dann in Berlin bei Hofe das Licht der Welt erblickt hätte. Deshalb baut in Berlin lieber Eure Luft-Schlösser – ungefähr 200 Jahre zu spät und in disneyhafter Verblendung vergangenen Größenwahns – hegt Eure vielen Dax-Unternehmen wie die Jamba! AG und lasst uns zukunftsfähigen Bundesländern mit Euren vorgestrigen Ideen in Ruhe.

Mit herzlichen Grüßen

Peter Eller

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