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Bundessteuerverwaltung in Bayern? Der Herr sei bei uns und verlassen damit das Bundesgebiet

Replik auf "Widersprüchliche Prüfungsergebnisse" von Gerhard Schmidt

Von Peter Eller

18.05.2012

Peter Eller

Peter Eller 
Peter Eller ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Steuerrecht in München (www.msa.de). Er ist Autor des Fachbuchs "Elektronische Rechnungsstellung und digitale Betriebsprüfung".

Lieber Herr Schmidt, vielen Dank für Ihre guten Wünsche, in Bayern endlich mit dem eisernen Besen der bundeseinheitlichen Steuerverwaltung zu kehren. Eher treten wir aus dem Verein aus, wo die Mehreinnahmen doch überwiegend im Schulden-ohne-Ende-Berlin verfrühstückt würden (30 Milliarden direttamente von BY nach B). Dort geht ja die Party mit rot-schwarz erst gerade richtig los.

Und dann immer diese unkommentiert übernommenen Erfolgsmeldungen von der BP-Front! Keine Ahnung, was die Steuerfahndung in Rheinland-Pfalz in den Vorjahren alles verschlafen hat. Aber davon abgesehen. Von den Erfolgsmeldungen der Finanzverwaltung ist das meiste Schall und Rauch! Warum?

1) Es wird nie angegeben, wie viele der Mehrsteuern lediglich vorgezogen werden (marginale Stundungseffekte, da sich der Bund derzeit fast kostenlos an den Finanzmärkten bedient. Nach meiner Erfahrung minimal 30 %.

2)  Es wird nie angegeben, wie viele der Mehrsteuern in den Rechtsmittelverfahren zusammenschmelzen.  Nach meiner Erfahrung 10 bis 15 %.

3)  Schließlich wird nie angegeben, wie viele der Mehrsteuern letztendlich nicht beigetrieben werden können, da die Schuldner insolvent sind oder durch die Steuernachforderung insolvent werden. Nach meiner Erfahrung weitere 10 bis 15 %.

Summa summarum ist so schon mindesten die Hälfte der tollen Mehrsteuern verpufft, zu Punkt 2) und 3) fallen auch noch ordentlich Verwaltungskosten an, die in der Rechnung auch nirgends auftauchen.

Meine Erfahrungswerte beziehen sich allerdings auf kleinere Betriebe, bei denen für Bayern (ORH) besonders heftig gefordert wird, den Prüfungsturnus zu erhöhen. Aber bei diesen Betrieben kommt besonders wenig bei rum, das ist allen bekannt, nur den Rechnungsprüfern nicht, die haben doch keine Ahnung, wie es in der Praxis zugeht, das sind doch Zahlentiere, sein wir doch mal ehrlich.

Und vergessen Sie nicht, wir steigen schneller aus aus dem Verein BRD, als es die Preußen für möglich halten. Selbst die Schotten tun es nach wesentlich längerer Zugehörigkeit zum Hegemonialteil des aktuellen Staatsgebildes als Bayerns Zugehörigkeit zum preußisch durchgeprägten Deutschen Reich. Und wir haben mehr mit dem nordwestlichen Volksstamm gemein als das rollende R und ein Faible für auffällige und beinfreie Männertracht!

Schöne Frühlingsgrüße von

Peter Eller

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