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Nun also "Compliance"

Editorial des Email-Newsletters 4-2007 vom 02.04.2007

Gerhard Schmidt

Erinnern Sie sich noch an Stritters Forums-Spitze vom letzten Dezember: "Revisionssicher" … oha … was toller Begriff - nur: keiner kann Dir erklären, was er oder es bedeutet! SIE etwa? Die Softwarehersteller haben sich offensichtlich Stritters Kritik zu Herzen genommen und den Begriff "revisionssicher" flugs durch "Compliance" ersetzt. So mein Eindruck auf der letzten CeBIT, wo das Wort über jedem zweiten Messestand prangte. Compliance klingt einfach besser als das bürokratendeutsch angestaubte revisionssicher, ist viel umfassender und weltläufiger und selbst Stritter würde es schwer fallen, gegen den Begriff "Compliance" eine gezielte Spitze zu setzen. Denn keine Software kann so schlecht sein, dass nicht wenigstens eine der über 25.000 weltweit gültigen Compliance-Anforderungen von ihr erfüllt würde. Einen genauen Überblick über alle sein Unternehmen betreffenden Compliance-Regelungen hat sowieso keiner. Und so spricht der Begriff Compliance weniger den Kopf als den Bauch an und steigert das ungute, dumpfe Gefühl, dass im Unternehmen doch nicht alles so geordnet ist, wie es sein sollte, ein Gefühl  auf allen Hierarchieebenen bis hoch zum Topmanagement. Und das ist auch gut so. Denn dort vom Topmanagement muss das Thema Compliance angepackt werden - genauso wie das Thema Revisionssicherheit, doch das hat es bedeutend schwerer, ganz oben als Managementaufgabe wahrgenommen zu werden. Und damit landen wir mit dem Begriff Compliance genau dort, wo wir - zumindest hier in diesem Forum - mit dem Begriff revisionssicher schon immer waren: Beides sind keine Attribute, mit denen sich Softwareprodukte schmücken lassen, sondern große Herausforderungen an die Prozessgestaltung im Unternehmen.

Ihr Gerhard Schmidt

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