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Studie der Universität Hannover sieht Einsparpotenzial bis zu 54 Milliarden Euro bei Rechnungsbearbeitung

In diesem Jahr werden rund sechs Milliarden Rechnungen in Deutschland von Unternehmen auf dem Postweg als Papierrechnung verschickt. Wirtschaftsinformatiker der Universität Hannover gehen nach einer aktuellen Untersuchung davon aus, dass rund 80 bis 90 Prozent der Kosten eingespart werden können. Durch die Umstellung auf elektronische Rechnungsverarbeitung und Auslagerung der aufwändigen, bislang noch durch viele manuelle Tätigkeiten geprägten Arbeitsschritte auf externe Dienstleister könnte die deutsche Wirtschaft bei Kosten von bis zu zehn Euro pro Rechnung jährlich rund 54 Milliarden Euro sparen. In einem dreijährigen Forschungsprojekt gehen die Wissenschaftler unter Leitung von Prof. Dr. Michael H. Breitner zusammen mit Gerrit Hoppen, Vorstand der sgh Service AG, den Ursachen für die zögerliche Einführung der elektronischen Rechnungsverarbeitung in Deutschland auf den Grund.

Erste Untersuchungen unter 50 Entscheidern und Experten aus Produktions- und Handelsunternehmen zeigen, dass bislang noch 90 Prozent des Rechnungsvolumens in Papierform vorliegen, nur neun Prozent werden mittels EDI ausgetauscht und ein Prozent per Fax oder E-Mail. Für 34 Prozent der Befragten ist mangelndes Interesse auf Seiten der Versender der Hinderungsgrund für eine rasche Umstellung auf den elektronischen Austausch, 23 Prozent sehen noch keinen Bedarf. Ursächlich hierfür ist laut Einschätzung der Wissenschaftler ein weitreichender Kenntnismangel bei potenziellen Nutzern. „Obwohl die technologischen als auch rechtlichen Gegebenheiten vorhanden sind, steckt die elektronische Rechnungsstellung noch in den Kinderschuhen“, so Professor Breitner vom Institut für Wirtschaftinformatik der Leibniz Universität Hannover.

Die Analysen der Wirtschaftsinformatiker ergaben, dass der Kenntnismangel der potenziellen Nutzer elektronischer Rechnungen oft mit der komplexen Steuer- und Signaturgesetzgebung in Deutschland zusammenhängt: Möglichkeiten und Anforderungen des so genannten E-Invoicings sind oft gar nicht oder nur unzureichend bekannt. Trotzdem können sich bereits jetzt 72 Prozent der befragten Unternehmen vorstellen, Verfahren zur elektronischen Rechnungsstellung einzuführen.

Für Durchblick bei den komplexen rechtlichen Vorschriften und technischen Anforderungen könnten externe Dienstleister sorgen, die sich auf die elektronische Rechnungsbearbeitung spezialisiert haben und Erfahrung mit den technischen und rechtlichen Grundlagen besitzen. Daher können sich 24 Prozent der Befragten auch den Einsatz eines Full-Service-Dienstleisters vorstellen.

Die Forscher vom Institut für Wirtschaftsinformatik gehen davon aus, dass sich die elektronische Rechnung mittelfristig überall durchsetzen wird. „Wichtig ist hierbei ein hersteller- und schnittstellenunabhängiges Consulting. Daher freuen wir uns, dass wir nun die Möglichkeit haben, unsere Forschungen mit der sgh als erfahrenem und unabhängigem Dienstleister mit direktem Praxisbezug fortsetzen zu können“, so Professor Breitner. In den kommenden drei Jahren werden die einzelnen Prozesse und Einsparpotenziale bei der Rechnungsbearbeitung im Mittelpunkt eines Forschungsprojektes stehen, das von der sgh Service AG praxisnah unterstützt wird.


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